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Humboldtina
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Beitrag von Humboldtina » So 22. Apr 2018, 06:11

Nachdem ich unter erschwerten Bedingungen von Maracay aus Richtung Maturín ins Delta gereist bin hier kurz die Beschreibung:

1. Am 12. 4 bin ich nach Maracay zum Terminal gefahren (hatte endlich genug Bargeld aufgetrieben) um dort eine Fahrt nach Maturín zu kaufen. Los Llanos fahren nicht mehr von Maturin aus. Es blieb "Expresos del Mar" (schlechte Erfahrungen aber was soll man machen) die mir beim Preis von 500.000 die Hälfte als Bargeld abnahmen (keine Annahme von 50ern!) und die andere Hälfte von der Karte mit "Punto" abzogen (der Preis wurde bis Tucupita abgezogen obwohl es nur bis Maturín ging, "das sei nun eben so"). Am Abend stand ich nun da und wartete auf den Bus als mir jemand sagte, heute würde kein Bus von "Expresos del Mar" fahren. Kurz bevor das Ticketbüro schloss schleifte ich meine Koffer dahin um zu fragen ob das stimmt. Die Dame war nicht wirklich interessiert und meinte nur "Sie" hätte mir das Ticket nicht verkauft und ob man mich nicht angerufen hätte. Nein, hatte man nicht. Als ich dann sagte sie solle mir das Ticket eben für den nächsten Tag umtauschen und dass ich nun in der Nacht echte Schwierigkeiten hätte wieder nach Hause zu kommen, wurde mir bei einer anderen Busgesellschaft ("Los Aguilas")ein Platz besorgt. So beim Warten sah ich das ein "Peliexpress" auch Richtung Maturín abfuhr.

2. Mit den "Aguilas" ging es in einem alten Bus dann aber doch recht zügig Richtung Maturin wo wir um 8:00 morgends auch ankamen.

3. Hotel Monagas international in Maturín nahm 800.000 für ein Einzelzimmer. Diesmal war sogar das Schwimmbad wieder in Betrieb und Wasser war diesmal auch im Bad. Dafür musste man sich per Telefon von der Rezeption den Fahrstuhl auf die Etage schicken lassen da die Knöpfe direkt nicht funktionierten.

4. Die Rückfahrt wurde nun aber sehr schwierig. Am 24.4. ging ich nochmal ins Hotel das inzwischen die Preise auf 1.890.000 erhöht hatte. Am Mittwoch früh ging ich ins Terminal und fand das "Ayacucho" schon angeschlagen hatte das sie keinen Bus hätten. "Peliexpress" fuhr nur nach Valencia, aber nicht nach Maracay. "Expresos del Mar" sagte das vielleicht für Donnerstag ein Bus fahren würde, man würde aber keine Liste machen, ich müsse eben nochmal fragen kommen. Bei Pegamar konnte ich auf eine Liste für Freitag. Die "Los Aguilas" verkaufen in Maturín keine Fahrscheine. In Maturin muss man alle Zahlungen komplett per "Transferencia" machen oder komplett mit Bargeld bezahlen. Ich habe eine geliehene Bankkarte mit meinem Geld, kann aber keine Überweisungen machen. Also bin ich eine weiter Nacht ins Hotel gegangen und habe einen Freund in Tucupita gebeten mir doch dort eine Fahrkarte bei Expresos del Mar zu besorgen. Es ist ohnehin der gleiche Bus. Dort gilt nun wieder die Hälfte als Bargeld und die andere Hälfte als Überweisung; "Punto" gibt es nicht. Maturin ist ein Terminal wo man persönlich die "Terminalsteuer" (tasa) zahlen muss : 2400 (nur Bargeld).

5. In der Nacht zu Donnerstag bekam ich die Bestätigung das es irgendwie mit der Überweisung geklappt hätte. Auf meine Frage ob ich in Maturin zusteigen könnte, wurde mir gesagt, nein ich müsse nach Tucupita fahren. Also hat mir der Freund per Überweisung ein "Por Puesto" versucht zu bezahlen. Der Fahrer wollte 500.000 und nannte mir erst nach einigen Stunden die Kontodaten. So zwischendrin hat er dann den Preis auf 600.000 erhöht, was ich aber irgendwie nicht mitgekriegt hatte. Das internet war in Tucupita ausgefallen und die Überweisung lief deshalb auch nicht. Als ich in Tucupita ankam sprach mein Freund mit dem Taxifahrer und weil sie sich kannten war dann alles klar. Dann wartete ich dort auf die Abfahrt des Busses. Die letzten zwei kalten Empanadas wurden mir für 100.000 (natürlich nur Bargeld) verkauft. Das mit ein paar Keksen musste dann bis nach Hause reichen. Die "Terminalsteuer" in Tucupita (das ist neu das die eine haben) beträgt 1000 Bolivar, aber ich wurde nach meinem Alter gefragt und ab 55 muss man die wohl nicht zahlen, also bekam ich mein Geld wieder zurück.

6. Abfahrt in Tucupita am Donnerstag wurde gleich für einen Reifenwechsel unterbrochen. Überhaupt wurde permanent angehalten, im Dunkeln stiegen Leute ein und aus, bis ich nachts aufwachte weil ein FANB mit nagelneuer Uniform und Waffe mir sein Gewehr in den Arm bohrte. Die fuhren einen Teil mit um zu ihrem Einsatzort zu kommen. Der Typ war im Gang an mir hängengeblieben. In Piritu warteten wir eine halbe Stunde bis ein entgegenkommender Bus von Rodavia vorbeikam. Hier hat es vor einiger Zeit einen schlimmen Überfall gegeben, so war das wohl eine Sicherheitsmaßnahme. In Caracas kamen wir dann in den Berufsverkehr. Normalerweise kommt man spätestens um 8:00 in Maracay an - bei mir war es 10:00 Uhr.

Fazit: wer keine Freunde hat und es irgendwie schafft flexibel zu bezahlen kann in Venezuela nicht mehr reisen falls er nicht irgendwie an ein fahrbereites Auto kommt. PS: die gleiche Fahrt mit einem privaten Auto (und den Besitzer als Fahrer) hätte mich 25 Millionen Bolivar gekostet.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen
ist die Weltanschauung der Leute,
welche die Welt nicht angeschaut haben.

Alexander von Humboldt

http://humboldtina-venezuela.blogspot.com/

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