Reisebericht Venezuela Jänner/Februar 2018

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MeLLi83
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Reisebericht Venezuela Jänner/Februar 2018

Beitrag von MeLLi83 » Di 27. Mär 2018, 17:23

Liebe Leute!

Ich bin in diesem Forum nun schon seit letztem Jahr Juli Mitglied war bis jetzt aber nur stille Mitleserin. Nun würde ich aber gerne meine Erfahrungen und Eindrücke die ich in Venezuela machen durfte mit euch teilen.
Meine Reise ging am 22.1.2018 in München los und dauerte bis 9.2.2018- eine leider sehr kurze Reise :-( Mit Turkish Airlines ging es von München über Istanbul und Havana nach Caracas wo mich mein Freund in Empfang nahm :-) Die Einreise nach Venezuela war meines Erachtens ziemlich leicht: Im Flugzeug wurden schon Formulare ausgeteilt, die man ausfüllen musste. Eins für den Zoll und das andere waren Infos die man abgeben musste: Eigene Daten (Herkunft, Beruf, Geburtsdaten,..) sowie Reisedauer, Angabe einer Adresse wo man unterkommt,etc. Auch mein Gepäck ist sicher angekommen und ist nicht irgenwo in der Versenkung verschwunden- jeje :-) Da ich nur für so kurze Zeit blieb brauchte auch auch keine Visum- Stempel in Den Pass und schon konnte mein Abenteuer losgehen :-) AM Flughafen hab ich mich sehr unwohl gefühlt, da mehr Guardia Nacional und Policia als Reisegäste unterwegs waren- aber da musste ich mich Gott sei Dank nicht lange aufhalten!

Mit meinem Freund bin ich weiter nach Valencia seiner Heimatstadt wo wir seine Familie besucht haben. In Valencia haben wir einen Tierpark besucht und waren in den Dunas (Wasserpark). Ebenfalls waren wir in las Trincheras (Thermalquellen)- dort fand ich es-trotz der widrigen Umstände sehr schön. In Valencia bzw. in den größeren Städten fand ich es sehr bedrückend und ich hatte auch oft ein beklemmendes Gefühl, da mich die Armut der Menschen emotional ziemlich getroffen hat (Kinder die im Müll nach essen suchten, extrem lange Schlangen vor Supermärkten, leere Supermärkte, Leute zusammengepfercht auf alten LKWS um irgendwie von a nach b zu kommen, etc). Trotz allem waren die Menschen sehr freundlich und herzlich und haben sich gefreut, dass da eine Touristin in Venezuela unterwegs ist und ich habe mich nie irgendwie gefährdet gefühlt. Wobei ich hierzu sagen muss, dass ich immer mit meinem Freund unterwegs war und auch keine Wertsachen (Schmuck, Handy, Geld, Kamara,..) bei mir trug und in Valencia bzw. größeren Orten habe ich auch das Haus nach 18.00/19.00 Uhr nicht mehr verlassen. Auch Proteste/Demos habe ich in Valencia mitbekommen. Große Menschenansammlungen habe ich jedoch vermieden- in der Zeit war ich dann einfach im HAus.

Unsere Reise ging dann weiter nach Colonia Tovar. Den Ort und vor allem die Landschaft dort fand ich sehr schön und auch die Leute hier sehr freundlich und aufgeschlossen. AM Weg nach Colonia Tovar machte ich dann auch das erste Mal persönlich Kontakt mit der Guardia Nacional, die mich ca. 15 Minuten zu allen möglichen Dingen befragten und unsere Rücksäcke genauestens kontrollierten. War aber alles gut- außer, dass ich merkte, dass mein Spanisch noch ziemlich ausbaufähig ist. Mein Freund musste mich hier ziemlich unterstützen, da mich die Typen sehr nervös machten.
Mit dem Bus ging es dann weiter nach Choroni wo wir ein paar wunderbare Tage an diversen Stränden verbracht haben. So schön. Und Abends noch Musik, Tanz und Cerveza am Malecon :-)

Weiter führte uns unsere Weg nach Coro. Eine nette kleine Stadt mit einem wunderschönen, historischen Stadtkern, extrem netten Einwohnern und einer Wüste (Medanos de Coro). In die Stadt hab ich mich verliebt :-) Von Coro aus ging es dann weiter nach Tucacas. Hier haben mich die wunderschönen Inseln im Nationalpark Morrocoy bezaubert und ich war fast nicht mehr wegzubringen von dort :-)

Die letzen Tage in Venezuela verbrachte ich mit meinem Freund bei seiner Familie und mit einem würdigen Abschluss der Reise durch den Beuch der Hacienda Santa Teresa in la Victoria wo wir in die Welt der Rumproduktion eingetaucht sind und natürlich auch Rum verkostet und unter Anleitung selbst zu Cocktails verarbeitet haben. :-)

Für den Tag der Rückreise muss man viel Zeit, vor allem am Flughafen einrechnen da es mehrere Kontrollen am Flughafen gibt. Ich war 4,5 - 5h (weiß nicht mehr genau) vor Abflug am Fughafen und das war auch gut so. Vor dem Check In Schalter warteten bei meiner Ankunft schon viele Menschen. Danach musste ich durch die reguläre Sicherheitskontrolle, was auch lange dauerte und danach wurde ich am Weg zum Gate noch einmal kontrolliert und am Gate direkt gabe es vor Abflug auch noch eine Mega Kontrolle mit einem Aufgebot an Guardia Nacional und Policia. In der Wartezeit auf den Abflug und der letzen großem Kontrolle wurden auch immer wieder Personen aufgerufen die dann mitgenommen wurden in einen anderen Bereich um das aufgegebene Gepäck noch mal zu kontrollieren. Ziemlich krass was da bei der Abreise abgeht am Flughafen!

Schlussendlich bin ich aber wieder gut in Österreich angekommen und ich würde und werde auch wieder nach Venezuela reisen. Das Land ist wunderschön und hat extrem viel zu bieten. Die Menschen sind trotz der irklich schlimmen wirtschaftlichen und politischen Lage extrem freundlich, gastfreundlich und aufgeschlossen. Ein Land und Leute um verlieben finden ich und mit meinem allerliebsten Venezolaner durfte ich diese wunderbare, wenn auch manchmal sehr emotionale, Reise machen.

Anmerkungen:

Geld und Bezahlung:
Das Geld für die Reise habe ich ich schon im Vorhinein an den Cousin meines Freundes der in Lima lebt über Westernunion überwiesen. Dieser hat das Geld dann an das Konto meines Freundes in Venezuela überwiesen. Mit meiner Debitcard bzw. Krdeitkarte konnte ich in Venezuela nichts anfangen. Lebensmittel, Busticket, EIntritte,... hat mein Freund wenn es möglich war dann immer mit seiner Karte bezahlt. MAn muss dann eben immer eine Möglichkeit suchen, wie es mit Karte geht, was oftmals sehr umständlich und schwierig ist, vor allem im Transportbereich. Generell kommt man in Venezuela als Tourist nicht weit, wenn man nicht irgendjemanden vor Ort kennt, der einem bezüglich der Finanzen behilflich ist. Ich habe auch noch ein wenig Bargeld in Doller mitgehabt und manche Taxistas haben die auch angenommen.

Gastgeschenke:
Ich haben für meinen Freund und dessen Familie einen Koffer voller Lebensmittel (Reis, Nudeln, Harina Pan,...), Hygieneartikle (Seifen, Rasierklingen, Shampoo, Zahnpasta, Zahnbürsten,Cremen, Kondome.....), Medikamente (Schmerzlindernd, entzündungshemmend, fiebersenkend,... alles was ich in der Apotheke bekommen habe Rezeptfrei) sowie Süßigkeiten für die großen und kleinen Kinder mitgebracht!

Transport:
Wir sind in Venezuela viel mit Bussen und mit Sammeltaxis gefahren. Um von A nach B zu kommen sollte man immer viel Zeit einrechnen und sich wenn möglich zeitig am Morgen/Morgendämmerung auf den Weg machen in Richtung Busbahnhof. Die Wartezeiten auf Busse /Sammeltaxis können teilweise mehrere Stunden dauern und auch die Fahrten von einem Ort zum anderen können viele Stunden in Anspruch nehmen (Pannen, desolate Straßenverhältnise, Kontrollen am Weg,...)

Das war jetz also meine sehr ausfühliche erste Wortmeldung in diesem Superforum :-)

Liebe Grüße
Melli

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